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  KBS Tremolo, Licensed by Steinberger USA
 
Das Steinberger KB Tremolo

In den '80er Jahren, als Hair Metal, neonfarbene Spandex-Hosen und "pointy headstocks" das Bild des Gitarristen bestimmten, stand auch die Firma Gibson vor der gefühlten Notwendigkeit, eigene Gitarren mit Tremolo-Systemen auszustatten. Bislang ohne nennenswerte eigene Produkte auf dem Markt, versuchte Gibson offensichtlich, sich die Lizenzgebühren und Kosten für die damals etablierten Floyd Rose- und Kahler-Systeme zu ersparen. Wozu auch, hatte man sich doch gerade mit der Firma Steinberger einen Technologieführer einverleibt, dessen Tremolosysteme für Headless-Gitarren nach wie vor den Stand der Technik repräsentieren und anderen Systemen in vielerlei Hinsicht überlegen sind.

Einziger Nachteil: Diese Tremolosysteme waren sehr teuer und und somit nicht tauglich für einen Massenmarkt. Steinberger selbst hatte aus diesem Grunde bereits nach dem legendären TransTrem und dem S-Trem (beide kugelgelagert) das preiswertere R-Trem (Messerkanten-Trem) entwickelt, und ausgehend von letzterem erfolgte vermutlich der Entwicklungsauftrag durch Gibson für ein noch preiswertes Tremolo, tauglich für Standardgitarren (mit Kopfplatte). Dies war die Geburtsstunde des Steinberger KB-Tremolos, basierend auf der R-Trem-Technologie, sogar einige Komponenten dieses Tremolos (die Messerkanten, die zugehörigen Haltebolzen und die Sättel) finden sich identisch wieder.

Dieses Tremolo hat Gibson auf eigenen Gitarren unter den Marken "Gibson" und "Epiphone" eingesetzt (sogar auf neu entwickelten "Powerstrats" wie die Gibson U2 oder die Epiphone X-1000), und außerdem an andere Hersteller wie Hohner und Cort lizensiert. Eine weitere Verbindung dieser Marken (Epiphone, Hohner, Cort) findet sich teilweise auch in der Herstellung einiger Gitarren dieser Hersteller in den gleichen koreanischen Fabriken. Hohner verwendet auch nach wie vor das Steinberger R-Trem auf den Headless-Gitarren.

Das Steinberger KB-Trem hätte eine richtig gute Alternative zu den etablierten Tremolos dieser Zeit werden können, konzeptionell gab es einige Vorteile. Man kann das Tremolo mit einem Handgriff festsetzen und wie eine "Fixed Bridge" benutzen. Eine gerissene Saite bedeutet also nicht das Aus für die Stimmung der Gitarre. Auch lässt sich die Federspannung (zur Anpassung an unterschiedliche Saitenstärken) mit einer einzigen Feder einstellen, es ist nicht notwendig, mit 3 bis 5 Federn an der geöffneten Rückseite des Gitarrenkorpus herumzuoperieren.

Dass sich der Erfolg nicht so recht einstellte, liegt an konstruktiven Mängeln, vermutlich dem Preisdiktat geschuldet. Praktisch alle diese Tremolos sind heute defekt und unbrauchbar, weil zwei wesentliche Komponenten der Belastung nicht standhalten: Die Tremolobolzen stehen auf einem zu weichen Sockel und biegen sich nach vorne (oder brechen ganz ab), und der Federspanner hat ein zu weiches Gewinde, welches oft beschädigt wird und deshalb die Feder nicht mehr komprimieren kann. Allerdings sind diese Schäden reparabel, mehr Information zu Austauschteilen und Reparatur gibt es hier (derzeit nur auf Englisch):

www.headless-europe.eu/Bernds_Guitar_Pages/The_Steinberger_KB_Trem.html

Schöne Seite von Bernd, ruhig mal ein bisschen stöbern !
Steinberger KBS Trem:

Steinberger R-Trem:








Steinberger Brücken wurden natürlich auch auf den Bässen der Hohner Serie verbaut:






 
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